Haushalt 2026: Schwierige Zeiten für Linnich

Patrick L. Schunn

Patrick L. Schunn, Vorsitzender der FDP-Fraktion im Rat der Stadt Linnich

Der Stadtrat hat den Haushalt 2026 verabschiedet. Linnich muss wieder in die Haushaltssicherung. Die Folge: Sparmaßnahmen und Steuererhöhungen.

Der Rat der Stadt Linnich hat am 28. April 2024 einstimmig, bei Enthaltung der CDU‑Fraktion, den Haushalt für das Jahr 2026 verabschiedet. Die finanzielle Situation der Städte und Gemeinden ist angespannt. Wie die meisten Kommunen im Kreis Düren muss auch Linnich in die Haushaltssicherung.

Im Rahmen der Haushaltssicherung muss die Stadt darstellen, wie sie perspektivisch wieder einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen kann. Ohne Sparmaßnahmen und eine Erhöhung der Grundsteuern ist dies nicht darstellbar. Dabei steht Linnich noch verhältnismäßig gut da; eine Überschuldung droht aktuell genauso wenig wie vierstellige Steuersätze.

Der Vorsitzende der FDP‑Fraktion im Rat der Stadt Linnich, Patrick L. Schunn, erklärt zur Haushaltsverabschiedung:

„Die Linnicher Liberalen übernehmen Verantwortung – in guten wie in schlechten Zeiten. Trotz Einsparungen können wir wichtige Investitionen in Bildung und Infrastruktur sichern. Die stabile Gewerbesteuer ist ein Signal, dass wir Mittelstand und Handwerk in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht noch stärker belasten.

Als Liberalen hätten wir uns an manchen Stellen mehr Mut gewünscht. Dass Linnich weiterhin Mitglied im Indeland bleibt, obwohl sich die Kosten gegenüber dem Vorjahr fast verdoppeln und wir über 100 000 Euro pro Jahr zahlen müssen, ist nicht nachvollziehbar. Noch weniger nachvollziehbar ist, dass wir dafür die vorgesehene Stelle für einen Schulpsychologen wieder vertagen, kein Geld für den Andreasmarkt bereitsteht und wir in mehreren Sitzungen nach Möglichkeiten für einen Vereinszuschuss von 3 500 Euro gesucht haben.

Unter dem Strich bleibt: Dieser Haushalt ist solide aufgestellt, eröffnet Investitionen und hält zusätzliche Belastungen in Grenzen. Klar ist aber auch: Bund, Land und Kreis können nicht so weitermachen wie bisher. Wenn die Kommunen finanziell ausbluten, stirbt das Gemeinwesen und unsere Demokratie nimmt Schaden. Schon Theodor Heuss wusste, dass das Wichtigste im Staat die Gemeinden sind.“